So hab jetzt endlich auch einen Blog. Ich hab mich erst dagegen gesträubt, bin dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich so viel hier erlebe, dass ich das unmöglich allen Menschen, die ich kenne auch nur annähernd erzählen kann. Also schreib ich es auf und muss es somit nicht erzählen. Gut! Oder? Also wenn mich demnächst jemand von euch fragt, wie es hier oben so ist bekommt er nur noch nen Link.
Ok da ich schon zwei Wochen hier erlebt habe gibt es einiges nachzutragen. Der Grund meines Auftenhalt ist ein Praktikum in der organischen Chemie, im Moment lern ich aber Norwegisch. Das hat zum einen den Grund, dass ich beim Einkaufen nicht sofort als Tourist entlarvt werden will, zum anderen kann ich ausser Englisch nix (naja Latein aber davon hab ich ja nix, bzw. nix mehr) und das will ich ändern. Zudem ist die norwegische Sprache für einen ausgewiesen Sprachneuling wie mich wie ich glaube ein guter Einstieg, da es viele Parallelen zum Deutschen gibt. Zumindest bin ich davon im Moment noch überzeugt.
Naja der Kurs findet in Dragvoll statt. Das ist einer der Campi (einer der wenigen Augenblicke in dem sich die Stunden Latein pauken auszahlen) der NTNU. Leider ist Dragvoll am Arsch der Welt. Die erste Woche bin ich gelaufen, jetzt hab ich ein Busticket.
Unser Lehrer ist Kjell (chell spricht man das aus), ein lustiger Kerl der uns mit vielen Anekdoten die Norwegische Sprache schmackhaft macht. Zum Beispiel die von einem meiner Vorgänger im Sprachkurs der die beiden Norwegische Wörte für Scheissen und schiessen vertauscht (skite und skyte, das erste bedeutet scheissen) und in seinem Examen erzählt hat, wie er vögelscheissen war. Mal schauen was ich so am Samstag verzapfe (Am Samstag schreiben wir ne Klausur).
Ich wohne in Berg. Berg ist das älteste Wohnheim in Trondheim. Demenstprechend ist auch das Equipment. Ich war am anfangs etwas geschockt. Mein erster Tag war deshalb unteranderem ziemlich scheisse.
Ich fasse mal kurz zusammen:
Sieben Stunden Zug, davon eine geschlafen, den Rest hab ich mit Alexi gequatscht, nem norwegischen Jungen der aus Afghanistan hierhin gekommen ist.
Morgens hab ich dann erstmal nen Kaffee getrunken und wurde dann von Richard abgeholt, meinem Betreuer im Labor (später mehr). Anschließend nach Moholt gefahren, dem ultimativen supertollen Studentendorf, meine Unterlagen und Schlüssel geholt und wieder GEGANGEN nach BERG. Dem Rattenloch unter den trondheimischen Studentendörfern. Das war auf jedenfall mein erster Gedanke als ich hier ankam. Den kein Licht funktionierte, kein Mensch war hier und die Küche war ziemlich vergammelt. Und ich war tot müde und ultra angepisst.
Naja ich bin dann Einkaufen gegangen um wenigstens nicht auch noch zu hungern. In meinem Putzeifer hab ich mir dann direkt mal ne ganz große Flasche Spüli gekauft. Hab dann meine ganzen Schätze in meinen Rucksack gepackt und bin nach Hause.
Ich komm hier an, schau in meine Rucksack und ÜBERALL Spüli. Ich hätte fast geweint.
Hab dann erstmal Spüli entfernt. Gottseidank war der Rest meiner Schätze in Plastik eingepackt. Trotzdem, Spüli kann ganz schön nerven besonders im Rucksack.
Ich wollte dann schlafen gehen. Normalerweise wird es abends dunkel. In Norwegen nicht. Arrgghhh
So viel zu meinem ersten Tag.
Das Gute ist, es wird besser. Am selben Tag schon kamen Leute vom SIT (Das ist das Studentenwerk hier) und brachten Licht und putzten meine Küche. Perfekt!
Am Sonntag lernte ich meine ersten Mitbewohner kennen und am Montag ging dann der Sprachkurs los.
Fortsetzung folgt ...
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